Arnoldshainer Filmgespräche
Das Böse im Blick
Die Gegenwart des Nationalsozialismus im Film
Eine Veranstaltung der Evangelischen Akademie Arnoldshain in Kooperation mit dem Filmkulturellen Zentrum im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik
8.-11. Dezember 2005 (Do.-So.)
Tagungsnummer: 054147
Programm der Tagung zum Download:
Arnoldshainer Filmgespräche 2005
Kunst der Schatten - Zur melancholischen Grundstimmung des Kinos
3. bis 5. Juni 2005 (Fr.-So.)
Veranstalter:
Evangelische Akademie Arnoldshain
Filmkulturelles Zentrum im Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik
Je ferner die Utopien des Glücks entschwinden, desto näher rückt die Melancholie. Von den einen beargwöhnt als gegen die Vernunft gerichtete, der alltäglichen Zufriedenheit abträgliche Gemütsstimmung, preisen andere sie als elementarste Voraussetzung des Intellekts und der Künste. Bis heute haftet der Melancholie ein Hauch von Genialität an. Galt sie früher als Signatur der Außenseiter, scheint sie heute ein gesellschaftliches Grundmuster geworden zu sein. Angesichts massiver gesellschaftlicher Umbrüche und des Schwindens der Utopien ist in jüngster Zeit sogar von einer Wiederkehr der Melancholie die Rede.
In der jahrhundertealten Geschichte der Melancholie spiegeln sich die ambivalenten Einschätzungen wider. Seit der Antike wird sie mit dem Einfluss des Saturn in Verbindung gebracht. „Wie die Melancholie“, schreiben Panofsky, Saxl und Klibansky in ihrer großen Studie, „so verleiht auch der Saturn, dieser Dämon der Gegensätze, der Seele auf der einen Seite die Trägheit und den Stumpfsinn, auf der anderen die Kraft der Intelligenz und Kontemplation“. Nach der Lehre von den vier Temperamenten ist sie eine krankhafte Störung, die auf einem Überschuss an schwarzer Galle beruht. Noch in Freuds Verständnis, der die Melancholie als eine neurotische Form der Trauer interpretierte, schwingt eine entsprechende Wertung mit. Freud zufolge ist die Melancholie Ausdruck einer imaginären Verklammerung des Subjekts mit dem verlorenen Objekt, das der Melancholiker in seinem Inneren verewigt.
Freuds Diagnose, welche die Verlusterfahrung zu Identifikationsvorgängen in Beziehung setzt, lässt erkennen, warum das Kino der Ort par excellence ist, in dem in der Moderne das melancholische Lebensgefühl zur ästhetischen Erfahrung geworden ist: So nah uns das Geschehen auf der Leinwand auch den Verheißungen des Glücks bringen mag, so sehr entrückt es die Einlösung derselben zugleich in die Sphäre des Imaginären.Anhand ausgewählter Filmbeispiele befassen sich die diesjährigen Arnoldshainer Filmgespräche mit den Konstellationen der Melancholie im zeitgenössischen Kino.
Freitag, 3. Juni 2005
14.45 Beginn der Tagung mit dem Kaffee/Tee
15.15 Begrüßung und Einführung
15.30 Film I: Lost in Translation
Regie: Sofia Coppola, USA/Japan 2003, 102 Min.
anschließend Diskussion im Plenum
18.00 Abendessen
19.00 Im Licht des Schattens.
Der Schatten als eigentliches Wissen in Philosophie und Kunst
Sabine Flach & Christine Blättler, Zentrum für Literaturforschung, Berlin
anschließend Diskussion im Plenum
20.30 Film II: Weit (Uzak)
Regie: Nuri Bilge Ceylan, (Türkei, 2003) (?), 110 Min.
Samstag, 4. Juni 2005
8.30 Frühstück
9.15 Schön traurig - Zur Typologie des Melancholischen im Film
Claudia Lenssen, Berlin
10.45 Kaffee/Tee im Foyer
11.15 Diskussion im Plenum
12.30 Mittagessen
14.30 Film III: What Time is it There?
Regie: Tsai Ming-Liang, Taiwan 2001, 111 Min.
16.30 Kaffee/Tee im Foyer
17.00 Diskussion in Arbeitsgruppen
18.00 Abendessen
19.30 Film IV: Der schwebende Schritt des Storches (Le pas suspendu de la cigogne/To meteora)
Regie: Theo Angelopoulos, Griechenland/F/Ch/I 1991, 140 Min.
anschließend Diskussion im Plenum
Sonntag, 5. Juni 2005
8.30 Frühstück
9.15 Meditation: Abschied und Wehmut. Melancholie in Kino und Kirche
Werner Schneider-Quindeau, Frankfurt am Main
9.30 Zeit/Räume der Melancholie.
Reflexionen des melancholischen Zeitbewusstseins im Film
Christina Scherer, Universität München
10.30 Kaffee/Tee im Foyer
11.00 Diskussion im Plenum
12.00 Kurzfilm
12.30 Ende der Tagung mit dem Mittagessen





